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Sonntag, 24. April 2016
Auf dem Dach der Welt –Teil IV-
kuehlschrankberatung, 17:57h
Liebes Tagebuch,
nach unserem Mahl in mitten einer unwirklichen Hochgebirgslandschaft ging die Reise weiter. Die Straße schlängelte sich in Serpentinen immer weiter nach oben. Meine Ohren plöppten heiter vor sich hin und die Stimmung im Bus war bestens. Mit unserer Gruppe hatten wir wirklich einen wahnsinnigen Glücksgriff gemacht. Obwohl wir alle nicht unterschiedlicher hätten sein können, harmonierten wir als würden wir uns schon ein Leben lang kennen. So ist das manchmal im Leben. 😊 Wir erreichten den höchsten Punkt und der Bus hielt am Straßenrand an. Die Türen öffneten sich und ein kräftiger Wind wehte uns in entgegen. Wir krochen vorsichtig hinter unseren Sitzen hervor und stapften raus in den Wind. Die Landschaft hatte sich kaum verändert. Eine immer noch unwirkliche Welt mit übersichtlicher Farbgebung. Die einzige Farbe, die sich hier verstärkt wiederfand waren hunderte von Gebetsfahnen, die sich durch die Landschaft zogen. ![]() Der starke Wind machte einem das Atmen zusätzlich schwer. 5039 m. So hoch war ich noch nie in meinem Leben. Obwohl ich nicht viel dazu beigetragen hatte und lediglich mit meinem Hintern im Bus gesessen hatte, freute ich mich oben angekommen zu sein. Und ich freute mich darüber, dass ich mich gesund fühlte.☺ Ich versuchte mit jedem Atemzug diese fremde Welt in mir aufzunehmen. Und dann ging es wieder rein in den Bus. Wir hatten noch eine weite Reise vor uns, denn bis Shigatse waren es noch etliche Kilometer. Und so musste das Sitzfleisch wieder ran. Dieses hatte auf dieser Reise ohne hin viel zu Leisten. Die einzigen Entspannungszeiträume hatte es quasi auf den bereits ausführlich erwähnten Toilettengängen, da man hierbei noch nicht einmal an eine sitzende Position denken konnte. 😁 Der Bus tuckelte weiter durch die Hochgebirgslandschaft und vor uns tat sich einer der heiligen Seen auf. Türkises Wasser in mitten dieser grauen Welt. Eine wahnsinnig schöne Welt. Ein weiteres Gefühl von Glück und Zufriedenheit durchflutete mich. 😊 Und das ganz ohne Runners High. An einem Parkplatz machte der Bus nochmal Halt. Zeit zum Füße vertreten. Die Landschaft war auch hier wieder durchzogen von Gebetsfahnen. ![]() Wir kletterten ein paar kleine Hügel rauf und genossen die Berge und die Aussicht auf den See. Es war alles so unwirklich. Nach der kleinen Verschnaufpause ging es wieder rein in den Bus und weiter Richtung Shigatse. Wir überquerten den letzten Pass und dann ging nur noch bergab. Wir mussten schließlich wieder runter auf 3600 m. Ich lehnte meinen müden Kopf gegen die Scheibe und versuchte etwas zu schlafen. Im Bus wurde es ruhiger. Alle nutzten den Moment zum Ausruhen. Ein Entspannungsurlaub war das Ganze irgendwie nicht. 🙆 Nach einer anstrengenden Busfahrt erreichten wir abends dann endlich unser Ziel. Müde und hungrig bezogen wir ein tibetisches Hotel. Oder sollte ich vielleicht lieber sagen ein „kaltes“ tibetisches Hotel. Keine Heizung und nur tropfendes warmes Wasser. Und mir war so schrecklich kalt. Zudem fühlte ich mich durch die lange Busfahrt klebrig und durch die furchtbaren Klos in gewisser Weise auch schmutzig. 😣 Bevor wir uns in unseren „kuscheligen“ Zimmern einnisten konnten, gab es aber erst noch Futter. Oh was freute ich mich auf etwas Essen. Das Essen war wie die letzten Tage irgendwie immer das Gleiche. Zum Glück gab es auch oft Rührei. Dies konnte ich bestens futtern und so kam ich auch gut um den Reis herum. 👍 ![]() Nach dem Essen ging es dann direkt aufs Zimmer. Schließlich mussten wir am nächsten Morgen wieder früh raus, da wir morgen wieder auschecken mussten, um mit dem Bus den ganzen lieben langen Weg wieder zurück nach Lhasa zu fahren. Bevor ich allerdings in die Heia kroch musste ich unter die sparsam Wasser ausscheidende Dusche krabbeln. Ich fühlte mich einfach zu schmutzig und wollte mich von Kopf bis Fuß reinigen. Ich stand gerade unter Dusche und war einmal komplett benetzt mit dem tibetisch einwandfreien Wasser, als mir ein Gedanke durch den Kopf schoss. Gab es in diesem Frosthotel überhaupt einen Föhn?? 😲 Panisch ließ ich meinen Blick durch das Badezimmer schweifen. Von einem Föhn keine Spur. Mein Untergang. Da stand ich nun unter dem eigentlich warmen, aber nur tröpfelnden Wasser und war an Händen, Füßen und Lippen blau vor Kälte und konnte mir nun noch nicht einmal die nass-kalten Haare föhnen. 😨 Das würde ja was geben. Ich angelte mir ein Handtuch und wickelte es schon mal um meine struppige Haarpracht. Den Rest des Körpers versuchte ich unter dem Wasser noch etwas warm zu bekommen. Da dies nicht sehr effektiv war beendete ich irgendwann meine Reinigungstätigkeit und versuchte mich mit Reibungsenergie der Handtücher einigermaßen warm zu bekommen. Ich packte mich in sämtliche Klamotten und zog mir meine Mütze an. Vielleicht würde ich so die Nacht in dem Eiszimmer überleben. 😬 ![]() Ich schaffte tatsächlich die Nacht zu überstehen und das sogar mit Schlafen. Vor dem Frühstück machte ich ein weiteres Workout, was mich auch schön durchblutete und mich auf Temperatur brachte. 💪 Danach ging es dann futtern, packen und auschecken. Ein weiterer Tag im Bus stand an. Allerdings mit verschiedenen Besichtigungen, ein weiteres Kloster und ein Bauernhof. Auf letzteres freute ich besonders. 😊 Die verschiedenen Klöster waren für mich Laien irgendwie alle gleich. Sie waren zwar sehr beeindruckend, aber auch in gewisser Weise anstrengend. Viele Tibeter drängelten sich an einem vorbei. Das Nähe-Distanzverhalten ist irgendwie hier anders ausgeprägt. Für mich ein eher unangenehmes Verhalten, weil die ganze Zeit jemand Fremdes einen berührt. Insgesamt sind die Klöster innen sehr dunkel und bedrückend. Dazu kommt ein penetranter Geruch nach ranziger Butter, der von den Kerzen herrührt. Für mich eine sehr intensive und tolle Erfahrung, aber dennoch auch anstrengend. ☺ Bevor wir das Kloster verlassen wollten ging es dann noch in eine Zeremonie. Sowas hatten wir bisher noch nicht gesehen und eine Vorstellung davon hatte ich nicht im Geringsten. Das was uns dort erwartete war schlichtweg der Hammer. Ich betrat einen riesigen Saal mit Mönchen, die alle samt auf dem Boden saßen. Der Raum war dunkel und es roch nach einer Mischung aus Buttersäure und Weihrauch. Aber das in einer Penetranz, das einem ganz schummrig wurde. Die Mönche brummten und summten irgendwelche Gesänge vor sich hin und blickten uns genauso fasziniert an wie wir sie. Zwei Welten trafen hier aufeinander. Keiner konnte begreifen was der andere für ein Leben führte. Doch eines war auch in dieser fremdartigen Welt vorhanden. Handyklingeln. Mitten im Gesang klingelte ein Handy und einer der Mönche zuckte sein Iphone aus der Kutte und ging ran. Er telefonierte fröhlich vor sich hin und ließ sich von der Zeremonie nicht stören. Ich beeilte mich, um wieder an die frische Luft zu kommen.😬 Wir bezogen wieder unseren Bus und machten uns auf den Weg zurück nach Lhasa. Unser Mittagessen nahmen wir wieder in einem dieser unscheinbaren Restaurants am Straßenrand ein. Von unserem Sitzplatzaus konnte man dem Koch beim Kochen zu schauen was nicht gerade zur allgemeinen Beruhigung beitrug. Wir bemühten uns die hygienischen Bedingungen der Küche auszublenden und uns einfach auf den Essvorgang zu konzentrieren. Dies schien das beste Konzept zu sein. 😉 Nach der Stärkung ging es wieder weiter im Bus. Nun stand noch der Besuch auf einem echten tibetischen Bauernhof an. Darauf freute ich mich schon den ganzen Tag. Nach mehreren Stunden erreichten wir den einsamen und kleinen Hof. Ein paar Kühe standen angebunden in einem übersichtlichen Hof. ![]() Dazu noch ein Lämmchen und ein Kalb. In einem separat abgetrennten Bereich rannten ein paar Hühner rum. Der Wohnraum war allerdings der Oberhammer. Dies war unterhalb jeglicher Vorstellungskraft. Kleine, schmutzige und dunkle Räume. Die Küche war voller Schmutz und gammliger Lebensmittel. Ein Eimer mit sämtlichen Abfällen moderte vor sich hin. Der ganze Wohnraum glich einer Stallung. Von Hygiene war weit und breit keine Spur. Sowas hatte ich noch nie gesehen. ![]() Das einzig Geniale an diesem Anwesen war das Klo. Dieses war nämlich auf dem Dach mit einem grandiosen Ausblick über das Land. Eine bessere Aussicht konnte man beim Verrichten seiner Geschäfte nicht haben. Das einzig Problematische schien mir das Aufsuchen des stillen Ortes mitten in der Nacht. Wer klettert schon gerne im Halbschlaf auf sein Dach?!😂 ![]() Wir verabschiedeten uns von dem Bauern und seinen Tierchen und setzten uns wieder in unseren liebgewonnen Bus. Nun ging es ohne weitere Besichtigungen weiter nach Lhasa. Auf diesem Weg erzählte uns der Reiseführer über tibetische Sitten und Bräuche was uns teilweise ziemlich ruhig werden ließ. Die Tibeter haben verschiedene Formen der Bestattungen. Eine davon ist der Grund warum Tibeter keinen Fisch essen. Darüber hatte ich mir vorher keine Gedanken gemacht. Wenn Kinder sterben werden diese in kleine Teile zerhackt und in den Fluss geworfen. An jenen Stellen werden Gebetsfahnen angebracht. Auf dem Weg nach Lhasa passierten wir lange Zeit einen Fluss, an dem viele, viele Gebetsfahnen jene Stellen von Kinderbestattungen markierten. Wir wurden immer Stiller und Stiller.😕 Hier geht's zu Teil V: https://kuehlschrankberatung.blogger.de/stories/2581772/ ... link (0 Kommentare) ... comment Auf dem Dach der Welt –Teil III-
kuehlschrankberatung, 12:28h
Liebes Tagebuch,
das Erdbeben war zum Glück nach dem anfänglichen Beben zufrieden und hatte die Nacht über nichts Weiteres unternommen, um die Erdplatten in eine optimalere Position zu bringen. Das Hotel stand noch und Lhasa schien von alldem nichts mit bekommen zu haben. ☺ Auf mich hingegen hatte das Erdbeben allerdings schon seinen Einfluss. Denn richtig schlafen konnte ich nach dem ganzen Gewackel nicht mehr. Ich hatte schließlich die ganze Zeit im Hinterköpfchen, dass ich bei einem starken Beben möglichst schnell raus muss auf die Straße. Wie dem auch sei. Von dem Notfallprogramm musste ich ja zum Glück keinen Gebrauch machen. 😁 Vor dem Frühstück spulte ich trotz der Müdigkeit ein kleines Workout durch. Denn schließlich stand ein weiterer Tag im sitzen an. Heute würden wir erst abends in Shigatse ankommen. Wenn denn alles nach Plan laufen würde und Shigatse nach dem Beben noch stehen würde. 🙈 Beim Frühstück erfuhren wir dann, dass es in Indien und in Westtibet sehr stark gebebt hatte. 7,0. Mit anderen Worten hieß das nun allerdings, dass wir in die Richtung des Epizentrums fahren würden. Und das auch noch auf diesen gruseligen Passstraßen auf über 4000 m Höhe. Hoffentlich würde es keine weiteren Beben geben. Ich verdrängte sämtliche Horrorszenarien aus meinem Oberstübchen und gab mich dem Frühstücksbuffet hin. Naja, zumindest versuchte ich dies. Beim Anblick der Möglichkeiten schwand mein Appetit dahin. Die üblichen Gemüsesachen, aber dazu wenigstens Eier in unterschiedlichen Variationen. 😊 ![]() Das Toast mit Marmelade und das gedünstete Brot verweigerte ich weiterhin. Außerdem gab es heute Speck und geröstete Erdnüsse. Das war eigentlich ok.😊 Aber irgendwie schon nicht ganz so klassisch. Aber ich würde überleben.😉 ![]() Und das sogar mit vielen neuen Erfahrungen, also kein Grund zum Jammern sondern nur zur Freude über viel frisches Input aus der großen, weiten Welt. 😊 Nach dem Frühstück rotteten wir dann unsere ganzen Sachen zusammen, checkten aus und bezogen unser Lager im Reisebus. Dies würde für den heutigen Tag unsere Heimat sein. Es ging los. Raus aus Lhasa, rein ins Hochgebirge. Direkt beim Start erzählte uns der Reiseführer, dass vor ein paar Jahren auf dieser Tour ein Reisebus mit 200 Chinesen tödlich verunglückt sei. Na prima, das hätte er sich auch als Überraschung für die Ankunft aufsparen können. Der Grund warum er es jetzt erzählte lag in den Konsequenzen, die dieses Unglück hatte. Denn seit her werden die Busse stärker kontrolliert. Daher fuhr sogar ein Polizist mit im Bus, um den Fahrer zu kontrollieren. Und im kontrollieren sind die Chinesen echte Experten. Überall hängen Überwachungskameras. Selbst der Bus wurde überwacht. Dies führte mehrfach dazu, dass unser tibetischer Reiseführer Fragen, die wir hinsichtlich der Religion und der Regierung stellten nicht beantwortete und dies auch damit erklärte, dass er das irgendwann später mal sagt und nicht im Bus. Tja, irgendwie eine ganz andere Welt und das in vielerlei Hinsicht. Aber was die Fahrt nach Shigatse anging war ich erst mal beruhigt. Der Fahrer musste aufpassen und konnte nicht einfach fahren wie ein Henker. Wir passierten viele Felder, die trotz der Kargheit landwirtschaftlich genutzt wurden. Yaks, Schafe, Ziegen und Kühe weideten ebenfalls auf den weiten Flächen und die Äcker wurden tatsächlich noch in Handbetrieb oder mit vorgespannten Pferden gepflügt. Man hatte den Eindruck in ein Geschichtsbuch eingetaucht zu sein. Das kannte man eigentlich nur von früher. Nach gut zwei Stunden Fahrt machten wir einen Zwischenstopp in einer kleinen Siedlung. Wir waren gestrandet in einer komplett anderen Welt. Einfacher konnte man sich ein Leben nicht vorstellen. Die Wände waren teilweise aus Yak- und Kuhkacke gemacht.😁 ![]() Die Menschen beteten mit ihren Gebetsmühlen vor sich hin und strahlten dabei so wahnsinnig viel Lebensfreude aus. Ich war fasziniert und beeindruckt von dieser positiven Aura. Das erlebt man in unserer Welt eher weniger.😊 ![]() Das Lustige allerdings war, dass selbst in dieser Welt überall Wifi verfügbar ist. Die einfachste Omi mit ihrer Gebetsmühle zuckte plötzlich ein klingelndes Iphone 6 aus dem Umhang. Ein total skurriles Bild. Wir beendeten unsere Besichtigung mit einem erquickenden Toilettengang. An den Standard dieser Toiletten hatte ich mich bisher fast gewöhnt. Was nicht heißen soll, dass ich dies wirklich toleriere, denn eins ist klar, der Zustand dieser Anlagen ist ein potentielles Risiko sich mit diversen Infektionskrankheiten zu bestücken. Leider hatten wir nie die Möglichkeit ein Freilandklo vorzuziehen und waren gezwungen unser Geschäft dort zu verrichten. Und eigentlich habe ich diesbezüglich durch meine Lauferfahrung eine sehr hohe Toleranzschwelle. Aber die sanitären Einrichtungen waren indiskutabel. Kein Wunder, dass die Lebenserwartung hier in Tibet bei gerade mal 58 für den Mann und 60 für die Frau liegt. Das hiesige Klo war in der Hinsicht ganz „nett“, weil man hier nicht unmittelbar in eine Rinne machen musste sondern in einen Haufen Kot, der unter dem Gebäude lag. Somit spritze der ganze Schmodder zumindest nicht hoch. Ein wahres Fest.😂 ![]() Frisch gestärkt mit neuen Eindrücken setzten wir die Reise fort. Je weiter wir fuhren desto karger wurde die Landschaft. Langsam aber sicher schraubten wir uns in Serpentinen durch das Hochgebirge. Immer wieder gingen meine Ohren zu. Der Klassiker in den Bergen halt. 😊 Drei Pässe lagen vor uns. Der zweite würde mit 5039 m der Höchste sein. Mit jedem weiteren Höhenmeter wuchs mein Respekt vor der Höhe und ihren Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. Was würde wohl passieren wenn der Bus auf dem Pass die Türen öffnet und uns die dünne Luft um die Ohren weht?😲 Unser Reiseführer hatte uns erzählt, dass die Tibetbahn anfänglich auf dem höchsten Pass auf 5200 m gehalten hatte und die Türen geöffnet hatte. Bei dieser Aktion sind reihenweise die Leute umgekippt und seit dem fährt die Bahn auf dem Pass durch. Und eigentlich war ich auch mal wieder so wahnsinnig müde. Ich hoffte einfach, dass mein einigermaßen fitter Zustand dies kompensieren würde. 😏 Wir erreichten den ersten Pass. 4441 m hoch. Wir stiegen aus und gingen ein paar Schritte durch die Landschaft. Atemberaubend in mehrfacher Hinsicht. Mein Körper fühlte sich noch ziemlich gut an. Keinerlei Anzeichen der enormen Höhe. Selbst die Kurzatmigkeit hielt sich in Grenzen. Mit Worten kaum zu beschreiben was für eine schöne Kulisse sich uns bot. Dafür nahm ich die Strapazen der Klos und anderen Unpässlichkeiten liebend gerne in Kauf. ☺ ![]() Wir hopsten wieder in den Bus und fuhren weiter. Bevor wir den höchsten Pass überqueren würden, würden wir erst noch ein Mittagessen zu uns nehmen. Mit vollem Bauch über den Pass. Ob das wohl gut gehen würde? 🙈 Nach ein paar Kilometern erreichten wir eine Aneinanderreihung von verschiedenen Häusern. Hier wäre man alleine niemals angehalten. Geschweige hätte hier ein Restaurant erwartet. 😁 ![]() Wir betraten ein ziemlich dunkles Gebäude mit tibetischen Schriftzügen. Die Häuser sind hier in der Regel alle mit schweren und dunklen Matten zugehangen. Die Fenster sind ziemlich spartanisch und somit ist der Anteil des Lichts in den Häusern und Restaurants auch echt mager. Im Restaurant warteten mehrere Töpfe mit tibetischem Essen auf uns. Yak- und Lammfleisch inklusive Knorpel- und Knochenanteil. Für mich verwöhntes „Formfleisch-Weichei“ eine echte Herausforderung. Dazu wieder viel Gemüse und natürlich Reis. Letzteres verschmähte ich natürlich weiterhin. Ich zog wie gesagt die Knorpel und Knochen vor. 😉 ![]() Nach dem Essenerkundigte ich noch etwas die Landschaft. Auf der anderen Straßenseite grasten zwei kleine Ponys still vor sich hin. Wobei man im Grunde kaum von Grasen sprechen kann. Die Landschaft war beige und farblos. Kein grün oder andere Farben, die auf etwas Lebendiges schließen lassen. Und dennoch war hier Leben möglich. Was war ich nur für ein verwöhntes, kleines Menschlein. Worüber ich mir in meinem Alltag so Gedanken machte. Das Leben hier hatte ganz andere Hindernisse zu bewältigen. Ich streunte durch die unwirkliche Welt und dachte über mein Leben nach. Was hatte ich es doch gut. Man sollte viel dankbarer sein und sich öfters im Leben auf die wichtigen Dinge im Leben beschränken. Und man sollte niemals seine Ziele und Visionen aus dem Auge verlieren. Das Leben ist begrenzt und diese Grenzen können schneller kommen, als einem lieb ist. ![]() Wir kletterten gut gesättigt zurück in den Bus. Der höchste Pass stand bevor. Wir waren gespannt was noch vor uns lag und hofften, dass die Henkersmahlzeit auch jenseits der 5000 m unseren Verdauungstrakt nicht vorzeitig verlassen würde. 😁 Hier geht's zu Teil IV: https://kuehlschrankberatung.blogger.de/stories/2581087/ ... link (0 Kommentare) ... comment Samstag, 23. April 2016
Auf dem Dach der Welt –Teil II-
kuehlschrankberatung, 17:00h
Liebes Tagebuch,
da lag ich nun in meinem Etagenbett und lauschte dem Rappeln der Bahn und zuckte regelmäßig im Anfall einer Schnappatmung zusammen. Die latente Übelkeit blieb latent. Der Schlaf hatte sich so weit verkrümelt, dass der Gedanke daran mich in hysterisches Gekicher manövrierte. 😁 Somit hatte mein Körper noch eine weitere schlaflose Nacht zu verkraften. Ich hoffte nur, dass dies zusammen mit der wahnsinnigen Höhe nicht zu einem Problem werden würde. 🙈 Ich drehte mich von einer Seite auf die andere und dann war es soweit. Ich musste mal. Ich rollte mich raus und fummelte an der Schlafwagentür herum. Irgendwie musste dieses Teil doch auf gehen. Meine Atmung war ungewohnt schnell. Die dünne Luft machte alles zu einem Akt. Und dann hatte ich sie offen und kroch müde durch den schmalen Flur der klappernden Tibetbahn. Ich öffnete die Tür der Toilette und wurde augenblicklich mit einem scharfen Geruch nach Urin begrüßt. Ich war hier richtig, keine Frage. Die Toilette bestand aus einer Keramiköffnung im Boden. Kein Klo wie wir es kennen. Der grandiose „Vorteil“ dieser Öffnung in einer wackelnden Bahn war, dass noch weniger Urin die dafür vorgesehene Öffnung traf. Der Urin schwappte mir bereits beim betreten des Abteils entgegen. Großartig. So kommt man gleich auf den richtigen Geschmack. 😂 Mit unterdrücktem Ekel machte ich mein kleines Geschäft und begab mich wieder auf den Weg zum Schlafwagen. Auf dem Weg dorthin wurden meine Beine auf einmal ganz weich und mir wurde ganz schummrig. Die Höhe machte sich doch bemerkbar. Ich versuchte mich zu beeilen um bei etwaiger Ohnmacht bereits im Bett zu liegen. Dann könnte ich vielleicht daraus direkt in einen schlafähnlichen Zustand gleiten.😁 Das wär was. Somit eilte ich in meine Bude und legte mich schnaufend in das Bett. Außer weiteren Schnappatmungen passierte jedoch nichts. Kein Schlaf. Zum Glück aber auch nichts Schlimmes. Kein Gehirnödem oder sonstige Anwandlungen einer Höhenkrankheit. 😅 Es wurde langsam hell auf dem Dach der Welt. Die merkwürdig karge Landschaft strich noch immer an uns vorbei. Trotz dieser Kargheit sah man viele Yaks und Schafe, die dort weideten. Eine total unwirkliche Welt. ![]() Nach und nach krochen meine Mitreisenden aus dem Bett. Einer brach sich kurz aufs T-Shirt und verschwand direkt wieder mit seinem frisch Erbrochenem im Bett. Ich schlich zum Frühstück. Von unserer 15-köpfigen Gruppe saßen gerade mal sechs Leute am Frühstück. Das Frühstück war ernährungsphysiologisch mal wieder ein absolutes Desaster. Aber dies war mir in Anbetracht der Umstände ziemlich egal. Es gab gebratenes Toast, das mit Ei und Zucker paniert war. Dazu noch Spiegeleier, die in einer Lache Fett schwammen. Die Marmelade dazu war undefinierbar. Außerdem gab es salziges Kraut dazu. Insgesamt eine Kombination, die einen unwillkürlich an die sanitären Anlagen denken ließ. Aber wie sagt man so schön, was einen nicht tötet härtet einen ab. Nach einer müden Weiterfahrt erreichten wir unser Ziel, Lhasa. ![]() Das Wetter meinte es immer noch gut mit uns. Wir machten uns auf den Weg zu unserem Hotel. Alle schlichen recht ruhig vor sich hin. Einige aus der Gruppe hatten sich die Nacht über übergeben und hatten unter der Höhe zu leiden. Ich für meinen Teil litt nur unter dem Schlafmangel. Die Höhe machte mir ansonsten keine Last mehr. 😊 Nachdem wir unsere Klamotten ins Hotelzimmer geschmissen hatten ging es auf die ersten Besichtigungstouren. Der Sommerpalast des Dalai Lamas. Eigentlich hätte man auch gerne einfach irgendwo vor sich hin vegetiert. Aber nun denn. Schlafen und vegetieren kann man ja später noch genug. Wir befolgten weiterhin den weisen Ratschlag unseres Reiseleiters viel, viel, viel zu trinken. Dies führte allerdings dazu, dass wir in sehr kurzen Abständen immer wieder Pipi mussten. Somit gab es sehr schnell die erste Konfrontation mit einem tibetischen Klo in Lhasa. : ![]() In Anlehnung an die Klos in der Bahn, handelte es sich lediglich um einen Spalt im Boden. Nix mit Klobrille oder so. Nein, einfach nur ein Loch zum rein machen. Um den Spalt herum auch in diesem Fall viel Urin und andere Belege, die einem bestätigten wo wir uns gerade befanden. Mir schien dieser Urlaub in Sachen Toilette und Hygiene eine echte Herausforderung zu werden. Dazu dann noch das total fremde Essen und die Herausforderung der Höhe . Nach einem anstrengenden ersten Tag gab es dann abends das erste Essen in Lhasa. Viel eigentümlich zubereitetes und gewürztes Gemüse mit Yakfleisch, was sehr speziell schmeckt. In der Tendenz ziemlich knorpelig und vom Geschmack schon recht eigen. Aber schließlich wollte ich ja mal was von der Welt sehen und dazu gehört nun mal auch anderes Essen. Dazu gab es natürlich tonnenweise Reis, was ich mir allerdings sparte. Reis kannte ich und musste dies nicht probieren. Die Kohlenhydrate benötigte ich eh nicht. Zum Essen gab es viel schwarzen Tee und Wasser. ![]() Erschlagen ging es dann ins Bett. Der nächste Tag wartete mit vielen weiteren Besichtigungen auf uns. Neben den weiteren Eindrücken von Lhasa konnte ich auch meine ersten kurzen Workouts absolvieren. 💪 Die Höhe machte sich hier tatsächlich limitierend bemerkbar. Wo sonst einfach kraftmäßig Schluss ist, war diesmal die Atmung der begrenzende Faktor. Mit 3400 m war Lhasa schließlich ganz schön hoch und die Luft ganz schön dünn. Aber es war ein wunderbares Gefühl die Muskeln wieder zu spüren. ☺ Das Essen hatte ich so weit auch wieder im Griff. Das für die Gegend klassische gedünstete Brot verweigerte ich. Genauso wie das Toast und den Reis. Ich schaffte wieder einen gewissen Faden in meine Nahrungsaufnahme zu bringen. Tibeter und Chinesen haben im Übrigen auch eine Tendenz zu mehr Übergewicht und zu Stoffwechselerkrankungen. Konzentrierte Kohlenhydrate sind nirgends wirklich gesund. Auch nicht wenn Buddha mit seinem wachsamen Auge auf einen aufpasst und man fleißig die Gebetsmühle ankurbelt. Das aber nur am Rande. 😉 Nach dem zweiten Tag in Lhasa mit tollen Eindrücken ging es wieder ans Sachen packen. Es stand eine weitere Reise an. Und zwar eine Busfahrt nach Shigatse. Und diese Busfahrt würde es in sich haben. Nicht genug, dass die Fahrt den ganzen Tag dauern würde. Nein, diese Fahrt würde über mehrere Pässe gehen. Der höchste Pass würde über 5000 m hoch sein. Ich hatte keine Ahnung was uns dort erwarten würde. Ich habe bereits in den Alpen immer etwas Muffen sausen wenn es um das Fahren in Serpentinen in der Höhe geht. 🙈Und dann das Ganze noch mit fremdem Busfahrer. Die Fahrkultur hier in Lhasa hatte eh etwas ziemlich Spezielles. Für uns Europäer ein nicht transparentes Gewusel mit einem permanent hohen Hup-Level. Aber nun denn, ich hoffte einfach, dass die Tibeter wissen was sie tun. 😊 Mit gepackten Koffern und vollen Erwartungen lagen wir dann irgendwann im Bett. Der Wecker war gestellt und die Aufregung für das anstehende Abenteuer brodelte so vor sich hin. Ich versuchte irgendwie in den Schlaf zu finden. Doch plötzlich fingen an die Wände an zu wackeln. Ich schreckte hoch. War das nun das Brodeln der Aufregung in mir oder gar das tibetische Essen, das sich gerade in den Windungen meiner Verdauung entfaltete? Nein, die Möbel und die Wände wackelten tatsächlich. Ein Erdbeben! 😨 Der Puls beschleunigte sich sofort. Bilder von starken Erdbeben der letzten Jahre schossen mir durch den Kopf. Irgendwie fühlt man sich selbst bei einem Erdbeben zu Hause sicherer. Obwohl es ja theoretisch egal ist. Es kann einen ja überall heftig treffen. Das Beben versiegte nach und nach. Übrig blieb schließlich nur noch das Brodeln der Aufregung in mir. Ob das wohl alles war? Oder ob das nur ein kleines Vorbeben war? Ob die Fahrt über die Pässe wohl stattfinden würde? Viele Fragen wanderten durch mein kleines Frauenhirnchen. Und irgendwie kam ich nicht zur Ruhe. Das Brodeln und die vielen Fragen waren einfach zu hartnäckig. Mit der wachsenden Müdigkeit wuchs allerdings auch der Respekt vor der Bussfahrt über die Pässe. Würde ich in so einem müden Zustand wohl die Höhe vertragen oder würde ich diesmal zu den armen Individuen gehören, die sich aufs Shirt kotzen? Oder würde mir vielleicht sogar noch mehr aus dem Repertoire der Höhenkrankheit widerfahren? Hier geht's zu Teil III: https://kuehlschrankberatung.blogger.de/stories/2581035 ... link (0 Kommentare) ... comment Freitag, 22. April 2016
Auf dem Dach der Welt –Teil I-
kuehlschrankberatung, 20:08h
Liebes Tagebuch,
da sitz ich nun wieder auf meiner Couch und die Erinnerungen an die letzten Wochen fühlen sich unwirklich und fremd an. Aber der Herpes an meinem rechten Mundwinkel, der jegliche Bewegung meines Mundes schmerzhaft unterbindet zeigt mir, dass die Erinnerungen alles andere als unwirklich sind.😁 Die letzten 14 Tage sind auf der einen Seite wie im Flug vergangen und auf der anderen Seite waren sie voll und intensiv und fühlen sich an wie ein eigenständiges Leben. Fachexkursion Traditionell Tibetische Medizin. Was kann man sich darunter vorstellen? Eine Gruppenreise auf das Dach der Welt in China mit allem was es an Besonderheiten zu bieten hat. Zwar ohne sportliche Betätigung, aber dennoch ein Programm das mich an meine persönlichen Toleranzgrenzen getrieben hat. 😊 Es fing alles mit dem Flug nach Peking an. Sechs Stunden Zeitverschiebung. Mein erster langer Flug in die weite Welt hinaus. Im Flugzeug konnte ich nur ein bisschen die Augen schließen ohne aber in richtigen Schlaf einzutauchen. Nach der Ankunft hätte mein Körper eigentlich eine Nacht erwartet, aber die wurde ihm schlicht und ergreifend gemopst. Somit musste ich quasi eine Nacht komplett durch machen. Aber was solls, sowas hat man schließlich früher als junger Hüpfer auch gemacht. 😉Warum sollte ich nun daran zerbrechen? Nach dem Erreichen im Hotel wurden wir zu allererst einmal vertröstet. Die Zimmer waren noch nicht bezugsfertig. Um die Zeit bis zum Beziehen zu verkürzen ging es auf den ersten Trip in einen Park. Vom Jetlag geschwängert schleppe ich mich durch einen Pekinger Park und betrachte staunend tanzende und vollkommen außer Kontrolle geratene Pekinger bei ihrer Freizeitbeschäftigung im Freien. Sowas hatte ich in Deutschland noch nicht gesehen. 😃 Ob alt oder jung, alles tummelte sich hier und spielte ausgelassen herum. Davon konnte man sich durchaus eine Scheibe von abschneiden. Vielleicht nicht heute, da ich zum Abschneiden von Scheiben viel zu müde war. Aber vielleicht demnächst könnte ich mir von dieser Mentalität eine Portion genehmigen. Nach unserer ersten Erkundungsreise in Peking ging es dann endlich auf unsere Hotelzimmer. Aber diese Ruhepause sollte nicht lange anhalten. Nach einer Stärkung am Abend mit dem ersten chinesischen Essen inklusive merkwürdig eingelegter Wachteleier 🙈 ging es am nächsten Morgen in aller Früh wieder raus aus dem Hotel auf den ersten Inlandsflug nach Xining. Kein Frühstück, sondern nur ein Lunchpaket. Der Name Lunchpaket impliziert bereits eine ernährungsphysiologische Katastrophe. 😁 Ebenso wie die Verköstigung im Flugzeug. Wie sagte ein Mitreisender so schön „Im Flugzeug wird mit halt nur irgendwie am Leben gehalten“. Nun denn, da ich durch den ganzen Jetlag und den geringen Schlaf auch einen monströsen Hunger hatte, aß ich alles was mir zwischen die Zähne rutschte. Brötchen, Marmelade und sämtliche Zucker sogar in Verbindung mit Fett. Nach mir die Sintflut oder viel mehr der Fettaufbau. Aber schließlich hatte ich doch Urlaub, da konnte ich ja auch mal reinhauen. Dass Reisen allerdings nicht viel mit Urlaub zu tun hat, habe ich dann in den folgenden Tagen auch noch gelernt. Mit dem Flieger ging es dann also quer durch China nach Xining. Dort angekommen ging es auf die erste Besichtigung in ein Kloster. Xining liegt auf ca. 3400 m und bedarf für einen Flachlandheini wie mich bereits eine gewisse Anpassung. Tibet, eine irgendwie komplett andere Welt. ![]() Das Wetter meinte es gut mit uns. Die Sonne schien und wir schleppten uns leicht müde durch eine karge und wüstenähnliche Gegend mit Gebetsmühlen und vielen anderen Gebilden, die eine Wiedergeburt in einem besseren Körper wahrscheinlicher machen. Nach dem ersten Trip ging es direkt weiter zum Bahnhof. Keine Zeit zum Ausruhen. Der Plan sah vor mit der Tibetbahn nach Lhasa zu fahren. Diese fährt 22 Stunden auf einer Bahntrasse von Xining aus über mehrere Pässe. Der höchste Pass liegt bei 5200 m. Irgendwo bei 7000 m endet die Überlebensgrenze bzw. dort wird es eng mit dem Überleben. Ich hatte mich im Vorfeld damit beschäftigt was auf dieser Höhe passieren kann und wie sich die Höhenkrankheit äußert. Von Luftnot bis hin zum Übergeben und zum tödlichen Gehirnödem ist alles vertreten. Das Fatale: Man kann nicht sagen wen es trifft und wen nicht. Selbst sportliche Menschen können davon betroffen sein. Ich hatte Angst. Ein klein wenig zumindest. Aber zum Glück sollte diese Befürchtung erst mal auf Eis gelegt werden, da die Chinesen uns vorerst einen Strich durch die Rechnung machten. Beim Einchecken in die Tibetbahn mussten wir durch eine der vielen Sicherheitskontrollen. Dabei fiel den Beamten auf, dass unsere personalisierten Fahrkarten wohl gewisse Tippfehler aufwiesen. Und somit war Schluss mit Lustig. Wir flogen für den Moment wieder raus aus dem Bahnhof und eine gewaltige Diskussion ging los. Unsere tibetischen Reiseführer taten alles um die Beamten davon zu überzeugen, dass wir unsere bezahlte Reise antreten können. Wir standen nur da und konnten dem Schauspiel folgen. Die Zeit lief. Die Bahn würde nicht auf uns warten und somit lag der Fortlauf unserer Reise in den Händen der Beamten bzw. in der Willkür ihrer Entscheidung. Denn eines war klar: Unsere Gruppe konnte harmloser gar nicht sein und uns nicht mitreisen zu lassen war schlicht und ergreifend ein kleines Ausleben von Mach. Aber nun denn, wenn sie sich auf diese Weise besser fühlen, dann sollen sie es doch bitte machen. Im letzten möglichen Augenblick ließen sie uns passieren und wir rannten durch den Bahnhof und sprangen im letzten Moment in die Tibetbahn. 😅 Die Bahn erinnerte mich an eine nostalgische Bahn aus alten Filmen. Sowas hatte ich noch nie in echt gesehen. Die Bahn war so lang, dass man am Bahnsteig weder Anfang noch Ende sehen konnte. ![]() Wir bezogen unser Lager und es auf ging die Reise. Die Bahn setzte sich in Bewegung und wir atmeten durch. Es war ja doch noch mal alles gut gegangen. ![]() Nach einer kurzen Verschnaufpause wurde uns dann die erste Problematik klar. Die Bahn hatte vier Klos und mehrere Hundert Mitfahrer, die alle über 22 Stunden mitreisen würden. Suche den Fehler.😂 Nach ein paar Stunden Fahrt hatte sich der Zustand der Klos bereits verändert. Der Geruch wurde zunehmend strenger. Unser Reiseführer hatte uns eindringlich geraten, dass wir viel trinken sollen, da dies das Wichtigste sei um der Höhenkrankheit vorzubeugen. Welche ein Dilemma. Es ging somit an der Benutzung der sanitären Anlagen kein Weg vorbei. Neben den Spuren von kleinen Geschäften gesellten sich mit der Fahrdauer auch Spuren von größeren Verhandlungen. Der Spaßfaktor wuchs mit jeder weiteren Stunde. Mit dem immer weiter steigenden Spaß näherte sich auch die Nacht und mit ihr auch die immer höhere Höhe. Und dann war es irgendwann so weit. Ich lag in meinem Bett und wartete darauf was die Höhe mit meinem Körper machen würde. Ich war tot müde. Jetlag und mehrere schlaflose Nächte lagen hinter mir. Eigentlich wollte ich nichts andere als schlafen. Die Bahn rumpelte durch die Nacht und anstatt in den Schlaf zu gleiten horchte ich in mich hinein. Ich bekam irgendwie schlechter Luft. Und dies lag nicht nur an dem eigentümlichen Geruch dieser Retro-Bahn. Die Luft wurde wahrlich dünn. Reflexartig schnappte ich immer wieder nach Luft und verspürte Atemnot. Aber zum Glück immer nur für ein paar Sekunden. Ich richtete mich auf und blickte aus dem Fenster. Die Nacht zog vorbei. Ein klarer Sternenhimmel mit 1000den von Sternen war zu sehen. Vor der unwirklichen, dunklen Hochgebirgslandschaft eine wahrlich atemberaubende Kulisse. Die Sache mit dem Schlafen würde wohl nichts mehr geben. Was fühlte ich mich elend. Aber nun gut, immerhin hatte ich keine weiteren Erscheinungen der Höhenkrankheit. Oder wurde mir da gerade etwa übel? Tatsächlich kroch eine leichte Übelkeit in mir hinauf. Ob es nun von dem tibetischen Essen kam oder auch durch die Höhe bedingt war oder gar durch den Zustand der sanitären Anlagen. Ich legte mich wieder hin und wartete einfach was noch alles passieren würde. Hier geht's zu Teil II: https://kuehlschrankberatung.blogger.de/stories/2580884/ ... link (0 Kommentare) ... comment ... older stories
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Liebes Tagebuch, Wahnsinn wie schnell so eine Trainingsperiode... by kuehlschrankberatung (2016.12.01, 12:09) Ein paar Worte zum "laaaaaaaaangweiligen"...
Liebes Tagebuch, im Grunde habe ich nicht allzu viel... by kuehlschrankberatung (2016.11.17, 12:36) Erste Trainingswoche...
Liebes Tagebuch, die erste Woche meines zweiten Trainingsplans... by kuehlschrankberatung (2016.11.09, 11:53) |
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