| Kuehlschrankberatung |
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Samstag, 30. April 2016
Auf dem Dach der Welt –Teil VI-
kuehlschrankberatung, 12:38h
Liebes Tagebuch,
da standen wir nun auf dem Flughafen und einige wenige machten merkwürdige Turnübungen, um die Zeit zu überbrücken.😉 Wir bekamen nach einer Weile tatsächlich unser aufgegebenes Gepäck wieder und warteten weiter. Eines war zumindest schon mal klar, die Fluggesellschaft würde uns in irgendein Hotel zurück nach Lhasa karren. Nach einer gefühlten Ewigkeit und wilden Diskussionen zwischen unserem tibetischen Reiseleiter und der Fluggesellschaft kam dann auch endlich ein Bus, der uns einsammelte und uns zurück fuhr. Somit saßen wir für die nächste Stunde wieder im Bus fest. Der Bus war in einem äußerst mäßigen Zustand. Die Sitze fielen teilweise direkt in Liegestellung und die Bezüge machten den Eindruck bereits zu leben. Aber im Vergleich zu den Toiletten war dies ein lustiger Kindergeburtstag.😁 Wir erreichten nach einer guten Stunde das Hotel der Wahl. Also der Wahl der Fluggesellschaft. Der erste Eindruck war vielversprechend. Doch sollte es dabei bleiben. Wir checkten ein und bezogen unsere Zimmer. Die Zimmer sahen auch eigentlich ganz nett aus. Aber dann hörte der Spaß mit nett auch langsam auf. Das Abendessen war dann die erste Katastrophe. 🙈Und das will was heißen. Schließlich hatten wir unseren Standard schon ziemlich nach unten korrigiert. Aber das Abendessen war schlichtweg nicht nur „anders“, sondern zu dem auch noch sehr limitiert in Menge und Auswahl. Es gab noch nicht einmal mehr Getränke zum Essen. Zwei Töpfe mit irgendwas klassisch Tibetischem und merkwürdige Suppe. Normalerweise wäre das keine Tragödie. Der Haken an der Sache war, dass wir seit dem Frühstück was die Nahrungsaufnahme anging auf dem Trockenen saßen. Wenn man richtig hungrig ist und dann auch noch für einen persönlich etwas eher Ungenießbares vorgesetzt bekommt, dann wird’s eng. Nach einem kurzen Gestocher im Essen ging es dann noch auf einen Tee in die Bar und dann direkt ins Bett. Da die Nacht kurz werden würde, da der Flieger hoffentlich am nächsten Morgen gehen würde, brauchten wir ohne hin nicht mehr viel Nahrungsenergie. Mit der Vorfreude auf das Frühstück verschwand ich im Schlaf.😴 Der automatische Weckruf des Hotels schellte uns 40 Minuten früher aus dem Bett als vereinbart. Irritiert machten wir uns fertig. Laut Plan würde es aber erst in 1 ½ Stunden Frühstück geben. Aber vielleicht würde es ja dann auch schon früher Essen geben und in voller Hoffnung stiefelten wir schon etwas früher zum Futtertrog. Wach waren wir ja eh. Die Lobby und der Frühstücksraum waren noch dunkel. Keine Menschenseele war zu sehen. Okay, das war wohl nichts mit dem früheren Futter. Wir gingen zurück aufs Zimmer und warteten ab. In der Wartezeit machte ich noch ein paar chinesische Liegestütze und ein paar andere Übungen. Eigentlich war ich zwar eher hungrig und müde, aber nun gut. So ging wenigstens die Zeit rum. Und dann war es endlich so weit. Wir konnten frühstücken gehen. Wir erreichten den Raum und reihten uns direkt in eine endlos lange Schlange von Chinesen an, die alle ebenfalls hier von der Fluggesellschaft geparkt worden waren. Ich ließ meinen Blick über das Buffet schweifen. In Anlehnung an das Abendessen war dieses nun eigentlich noch übersichtlicher. Reisschleimsuppe, gedünstetes Brot und dieses salzige Krautgemüse. Mehr nicht. Kein Kaffee. Kein Tee. Kein Wasser. Und ich hatte doch so einen Hunger. Und Durst. Nun denn, glücklich ist wer akzeptiert was nicht zu ändern ist. 😊 Ich nahm mir ein paar von diesen komischen gedünsteten Dingern und ein Löffel von diesem salzigen Kram. ![]() Zum Glück hatten wir in unserem Gepäck noch löslichen Kaffee. Nach den paar Bissen Frühstück machten wir uns noch kurz einen Kaffee auf dem Hotelzimmer. 🍵 Wenigstens etwas. ☺ Und dann ging es auch schon los. Rein in den gammligen Bus vom Vortag und los zum Flughafen. Dort wieder Einchecken und durch etliche Sicherheitskontrollen. Langsam aber sicher wurden diese ewigen Kontrollen zäh. Der Flieger konnte zum Glück planmäßig starten und somit verließen wir ein für alle Male das Dach der Welt. Der am Vortag geplante Flug über Chengdu nach Peking wurde zum Glück geändert auf einen Nonstop-Flug ohne Zwischenlandung. So wurde unser Tag in Sachen Reise etwas kürzer. Ein Glück. 😊 Auf dem Flug gab es dann auch endlich Tee und Kaffee. Und natürlich auch eines dieser extrem nahrhaften Frühstücke. Aber ehrlich gesagt freute ich mich wie ein Kind auf etwas Futter, egal in welcher Zusammensetzung. Ich hatte Hunger und war müde. Zwei Gründe genug um gierig nach Nahrung zu werden. 😊 ![]() Mit dem maximalen Appetit, den man für dieses Überlebensfutter im Flieger aufbringen kann, mümmelte ich mein Tablett komplett leer und nahm jedes Gläschen Tee und Kaffee mit was ich kriegen konnte.😋 Nach ca. 3 ½ Stunden waren wir dann endlich in Peking. Obwohl wir ja bereits einen Tag in Peking hatten und schon einen Eindruck dieser riesenhaften Stadt hatten, war es nun ein anderer Eindruck, der sich mir aufdrängte. Endlich wieder ein besserer Hygienestandard und etwas zivilisierteres Leben. 😊 Und obwohl Peking 22 Millionen Einwohner hat, wirkte der Verkehr hier dennoch geordneter als in Lhasa. Ich hatte das Gefühl endlich wieder etwas durchatmen zu können. Und das nicht nur auf Grund des wieder höheren Sauerstoffgehaltes der Luft. Tibet hat mich auf seine Art sehr fasziniert und ich bin dankbar für diese Erfahrung, aber für mich persönlich war es auf Dauer in Sachen Hygiene und Essen eine Nummer zu viel. Da bin ich dann doch wohl ein zu großes Weichei. 😆 Wir wurden empfangen von unserem extrem gut gelaunten Reiseführer, der auf die typisch chinesische Art nach jedem Satz mit vorgehaltener Hand rum kicherte.😁 Unser Gepäck wurde in einen separaten Wagen gepackt und direkt zum Hotel verfrachtet. Wir indes wurden direkt zur ersten Sightseeing Tour geschleppt. 😊 Es ging in einen Park mit irgendeinem Palast. Wie bereits erwähnt bin ich ein kleiner Kulturbanause und kann mir sowas im Einzelnen nicht merken. 🙈 ![]() Auf jeden Fall wurde hier der Kaiser damals von seinen Eunuchen hin getragen. Und dass der Kaiser hunderte von Frauen hatte, konnte ich mir auch merken. Meine Aufnahmekapazität ist immer sehr abhängig vom Unterhaltungswert.??😂 Wie dem auch sei. Was mich an diesem Park auch sehr faszinierte waren die Menschen, die den Park mit Leben füllten. Es wurde getanzt, gesungen, Seilchen gesprungen und gespielt. Und das nicht von Kindern, sondern von älteren Menschen. Sowas hatte ich bei uns noch nie gesehen. ![]() Nach unserer Tour ging es dann endlich zum Hotel. Es war mittlerweile früher Abend und der Hunger hatte mal wieder die Macht über meinen Körper übernommen. Das kohlenhydrathaltige Futter rauscht bei mir ohnehin immer in ein paar Sekunden durch und dann einen ganzen Tag ohne weitere Futteraufnahme wird dann etwas eng. Komplett ausgehungert ging es dann in ein chinesisches Restaurant. Ich hatte das Gefühl, dass das Essen noch nie so gut geschmeckt hatte. Und dies ging allen so. Wir machten uns über das Essen her wie wilde Tiere. Die Tellerchen waren das erste Mal im Urlaub ratzekahl leer geputzt. Das chinesische Essen traf auch eher unseren Geschmack als das tibetische Essen. Voll gefuttert rollten wir uns ins Hotel und dort direkt ins Bett.😊 Der Tag war lang und anstrengend. Wie auch die vorangegangenen Tage. Die Erholung kam in der Tat etwas kurz. Der nächste Morgen startete mit einem kleinen Workout mit Blick aus dem 10. Stockwerk auf Peking. Selten hatte ich einen so genialen Blick während meiner Übungen gehabt.😊 ![]() Nach dem Fleiß kam dann endlich der Preis. Ein riesiges Frühstücksbuffet mit allem was das Herz begehrte. Von den unterschiedlichsten Obstsorten über Rührei, Speck und Nüsse. Natürlich gab es auch viel Brötchen, Gebäck und andere Schweinereien. Sogar Kaffee und Tee. Einfach irgendwie alles. Wir waren im Paradies angekommen. 😊 ![]() Nach dem Schlemmen im Paradies stand unser letzter ganzer Tag in Peking an. Und dieser würde nochmal richtig spannend werden. Schon früh machten wir uns auf den Weg zur chinesischen Mauer. Ich hatte bisher keine Vorstellung von dieser Mauer, die man sogar aus dem Weltall sehen konnte. Ich war gespannt wie sie sein wird. Nach einer langen Busfahrt erreichten wir die Mauer bei strahlendem Sonnenschein. Mit dem Wetter hatten wir wirklich Glück. Die Temperaturen kletterten sogar über 25°C. Und wir kletterten die ganze Mauer hoch mit ihren vielen, vielen Treppen. Treppen bekommen hier noch mal eine ganz andere Bedeutung. Denn die Treppenstufen der chinesischen Mauer sind mal 10 cm hoch und mal 50 cm. So in etwa. ![]() Obwohl ich Treppen sonst nicht so gerne habe, empfand ich eine riesige Freude daran mich hier hoch zu wuchten. Es war ein absolutes Ganzkörpertraining. 😰 ![]() Nass geschwitzt ging es dann von ganz oben wieder runter und dies wurde zu einem weiteren Akt. Denn Treppenstufen, die einen halben Meter hoch sind wieder runter zu klettern ist gar nicht mal so „unanstrengend“.😆 Nach einer wunderschönen Klettertour erreichten wir wieder die Basis und ich gönnte mir eine kleine Medaille als Erinnerung an diesen wunderschönen Tag. Der Tag endete nicht mit der Mauer, sondern hatte noch andere Programmpunkte und so ging es den restlichen Tag weiter in Sachen Sightseeing bei mittlerweile brennender Sonne. Und dies wurde dann auch zu meinem Verhängnis… 🙈 In der folgenden Nacht hatte es mich dann endgültig dahin gerafft. Ich hatte einen Sonnenstich, meinen ersten Herpes und fühlte mich krank. Die Erstmanifestation eines Herpes im Erwachsenenalter kann ziemlich heftig ausfallen. Und dies tat sie auch. Ich wach kreidebleich und fix und fertig. Die Nacht habe ich demnach kein Auge zu gemacht, mir war schlecht und ich war einfach nur noch krank und das mit einem total explodierten Mundwinkel. Ich konnte kaum reden, geschweige denn essen oder sonst was. Sowas hatte ich bisher noch nie erlebt. Der Lymphknoten unter der Zunge war so prall geschwollen, dass ich meinen Kopf nicht mehr richtig strecken konnte. Meine Zunge selbst war ebenfalls befallen. 😵 Und das Tagesprogramm war nochmal richtig straff. Frühstücken, auschecken und den ganzen Tag bei weiterer Hitze Sightseeing. Unter anderem der Kaiserpalast und ein wirklich toller Park. Ich probierte die Eindrücke trotz meines Zustandes zu genießen und aufzusaugen, aber zugegeben fiel es mir wahnsinnig schwer. Ich wollte eigentlich nur ins Bettchen. Aber nun denn, wir rannten den ganzen Tag durch China und machten uns dann spät abends auf den Weg zum Flughafen. ✈ Es ging wieder in die Heimat. Der Flieger ging mitten in der Nacht und wir checkten gegen 22:30 Uhr im Pekinger Flughafen ein. Der Flughafen allein ist irgendwie schon größer als das Dorf wo ich her komme.😁 Ich freute mich auf die Heimat, auf die sauberen Klos, das „normale“ Essen, auf mein Bett und auch über die vielen Erlebnisse und Erfahrungen, die ich gemacht hatte.😊 Denn die konnte mir keiner mehr nehmen. Den Herpes leider auch nicht, da der jetzt ebenfalls für immer in mir wohnen würde. Aber nun denn, ich sehe es als nettes Urlaubssouvenir. 😂 In diesem Sinne, genießt alle Erfahrungen und Erlebnisse in eurem Leben, denn es sind eure ganz persönlichen Abenteuer, die euch zu dem machen was ihr seid. 😊👍 ![]() ... comment |
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Letzte Aktualisierung: 2016.12.16, 19:49 status
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