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Donnerstag, 19. Mai 2016
Zurück in der normalen Welt
kuehlschrankberatung, 15:19h
Liebes Tagebuch,
ein paar Wochen in der Routine und mein Körper ist so allmählich wieder intakt. Mein Herpes hatte sich noch tapfer eine Weile gehalten und meine Lymphknoten waren noch ziemlich lange pralle Monster-Eier. 😁 Neben der Arbeit meines Immunsystems gab es aber auch derweilen eine kleine Intrakranielle Krise. (Das Wort habe ich mir übrigens gerade ausgedacht. Ich find es klingt ganz cool😛) Auf jedenfall hatte ich durch verschiedene Umstände diverse Sinnfragen bezüglich meiner Existenz. 😂 Also nichts wirklich Wildes. Das Übliche halt...was esse ich mittags, was abends, welches Klopapier soll ich benutzen und was ist überhaupt der Sinn meines Lebens und was meine Ziele. Ich hab mich nun dazu entschlossen mich noch weiter zu bilden und meine Steckenpferde den Sport und die Ernährung bzw. die Ernährung der Sportler noch weiter zu vertiefen. Dazu kommen dann wenn alles gut geht Trainer A und B Lizenzen. Aber das nur am Rande. Nun aber die wichtigste aller Fragen: Welches Klopapier?! 😂 Dieses: ![]() Somit hätten wir hoffentlich für den Anfang alles Wichtige geklärt. Und meine "Laufkarriere" ist derweil etwas zurückgestellt. Wobei das nicht heißt, dass ich nicht laufe. Ich tue dies wie schon lange sehr entspannt und ohne Zwang. Mal schauen wo mich meine kleinen Füßchen dieses Jahr noch hintragen. Auf jedenfall nicht nochmal nach Tibet. Nicht, dass meine Lymphknoten noch in die Gewerkschaft eintreten. 😜 ... link (0 Kommentare) ... comment Samstag, 30. April 2016
Auf dem Dach der Welt –Teil VI-
kuehlschrankberatung, 12:38h
Liebes Tagebuch,
da standen wir nun auf dem Flughafen und einige wenige machten merkwürdige Turnübungen, um die Zeit zu überbrücken.😉 Wir bekamen nach einer Weile tatsächlich unser aufgegebenes Gepäck wieder und warteten weiter. Eines war zumindest schon mal klar, die Fluggesellschaft würde uns in irgendein Hotel zurück nach Lhasa karren. Nach einer gefühlten Ewigkeit und wilden Diskussionen zwischen unserem tibetischen Reiseleiter und der Fluggesellschaft kam dann auch endlich ein Bus, der uns einsammelte und uns zurück fuhr. Somit saßen wir für die nächste Stunde wieder im Bus fest. Der Bus war in einem äußerst mäßigen Zustand. Die Sitze fielen teilweise direkt in Liegestellung und die Bezüge machten den Eindruck bereits zu leben. Aber im Vergleich zu den Toiletten war dies ein lustiger Kindergeburtstag.😁 Wir erreichten nach einer guten Stunde das Hotel der Wahl. Also der Wahl der Fluggesellschaft. Der erste Eindruck war vielversprechend. Doch sollte es dabei bleiben. Wir checkten ein und bezogen unsere Zimmer. Die Zimmer sahen auch eigentlich ganz nett aus. Aber dann hörte der Spaß mit nett auch langsam auf. Das Abendessen war dann die erste Katastrophe. 🙈Und das will was heißen. Schließlich hatten wir unseren Standard schon ziemlich nach unten korrigiert. Aber das Abendessen war schlichtweg nicht nur „anders“, sondern zu dem auch noch sehr limitiert in Menge und Auswahl. Es gab noch nicht einmal mehr Getränke zum Essen. Zwei Töpfe mit irgendwas klassisch Tibetischem und merkwürdige Suppe. Normalerweise wäre das keine Tragödie. Der Haken an der Sache war, dass wir seit dem Frühstück was die Nahrungsaufnahme anging auf dem Trockenen saßen. Wenn man richtig hungrig ist und dann auch noch für einen persönlich etwas eher Ungenießbares vorgesetzt bekommt, dann wird’s eng. Nach einem kurzen Gestocher im Essen ging es dann noch auf einen Tee in die Bar und dann direkt ins Bett. Da die Nacht kurz werden würde, da der Flieger hoffentlich am nächsten Morgen gehen würde, brauchten wir ohne hin nicht mehr viel Nahrungsenergie. Mit der Vorfreude auf das Frühstück verschwand ich im Schlaf.😴 Der automatische Weckruf des Hotels schellte uns 40 Minuten früher aus dem Bett als vereinbart. Irritiert machten wir uns fertig. Laut Plan würde es aber erst in 1 ½ Stunden Frühstück geben. Aber vielleicht würde es ja dann auch schon früher Essen geben und in voller Hoffnung stiefelten wir schon etwas früher zum Futtertrog. Wach waren wir ja eh. Die Lobby und der Frühstücksraum waren noch dunkel. Keine Menschenseele war zu sehen. Okay, das war wohl nichts mit dem früheren Futter. Wir gingen zurück aufs Zimmer und warteten ab. In der Wartezeit machte ich noch ein paar chinesische Liegestütze und ein paar andere Übungen. Eigentlich war ich zwar eher hungrig und müde, aber nun gut. So ging wenigstens die Zeit rum. Und dann war es endlich so weit. Wir konnten frühstücken gehen. Wir erreichten den Raum und reihten uns direkt in eine endlos lange Schlange von Chinesen an, die alle ebenfalls hier von der Fluggesellschaft geparkt worden waren. Ich ließ meinen Blick über das Buffet schweifen. In Anlehnung an das Abendessen war dieses nun eigentlich noch übersichtlicher. Reisschleimsuppe, gedünstetes Brot und dieses salzige Krautgemüse. Mehr nicht. Kein Kaffee. Kein Tee. Kein Wasser. Und ich hatte doch so einen Hunger. Und Durst. Nun denn, glücklich ist wer akzeptiert was nicht zu ändern ist. 😊 Ich nahm mir ein paar von diesen komischen gedünsteten Dingern und ein Löffel von diesem salzigen Kram. ![]() Zum Glück hatten wir in unserem Gepäck noch löslichen Kaffee. Nach den paar Bissen Frühstück machten wir uns noch kurz einen Kaffee auf dem Hotelzimmer. 🍵 Wenigstens etwas. ☺ Und dann ging es auch schon los. Rein in den gammligen Bus vom Vortag und los zum Flughafen. Dort wieder Einchecken und durch etliche Sicherheitskontrollen. Langsam aber sicher wurden diese ewigen Kontrollen zäh. Der Flieger konnte zum Glück planmäßig starten und somit verließen wir ein für alle Male das Dach der Welt. Der am Vortag geplante Flug über Chengdu nach Peking wurde zum Glück geändert auf einen Nonstop-Flug ohne Zwischenlandung. So wurde unser Tag in Sachen Reise etwas kürzer. Ein Glück. 😊 Auf dem Flug gab es dann auch endlich Tee und Kaffee. Und natürlich auch eines dieser extrem nahrhaften Frühstücke. Aber ehrlich gesagt freute ich mich wie ein Kind auf etwas Futter, egal in welcher Zusammensetzung. Ich hatte Hunger und war müde. Zwei Gründe genug um gierig nach Nahrung zu werden. 😊 ![]() Mit dem maximalen Appetit, den man für dieses Überlebensfutter im Flieger aufbringen kann, mümmelte ich mein Tablett komplett leer und nahm jedes Gläschen Tee und Kaffee mit was ich kriegen konnte.😋 Nach ca. 3 ½ Stunden waren wir dann endlich in Peking. Obwohl wir ja bereits einen Tag in Peking hatten und schon einen Eindruck dieser riesenhaften Stadt hatten, war es nun ein anderer Eindruck, der sich mir aufdrängte. Endlich wieder ein besserer Hygienestandard und etwas zivilisierteres Leben. 😊 Und obwohl Peking 22 Millionen Einwohner hat, wirkte der Verkehr hier dennoch geordneter als in Lhasa. Ich hatte das Gefühl endlich wieder etwas durchatmen zu können. Und das nicht nur auf Grund des wieder höheren Sauerstoffgehaltes der Luft. Tibet hat mich auf seine Art sehr fasziniert und ich bin dankbar für diese Erfahrung, aber für mich persönlich war es auf Dauer in Sachen Hygiene und Essen eine Nummer zu viel. Da bin ich dann doch wohl ein zu großes Weichei. 😆 Wir wurden empfangen von unserem extrem gut gelaunten Reiseführer, der auf die typisch chinesische Art nach jedem Satz mit vorgehaltener Hand rum kicherte.😁 Unser Gepäck wurde in einen separaten Wagen gepackt und direkt zum Hotel verfrachtet. Wir indes wurden direkt zur ersten Sightseeing Tour geschleppt. 😊 Es ging in einen Park mit irgendeinem Palast. Wie bereits erwähnt bin ich ein kleiner Kulturbanause und kann mir sowas im Einzelnen nicht merken. 🙈 ![]() Auf jeden Fall wurde hier der Kaiser damals von seinen Eunuchen hin getragen. Und dass der Kaiser hunderte von Frauen hatte, konnte ich mir auch merken. Meine Aufnahmekapazität ist immer sehr abhängig vom Unterhaltungswert.??😂 Wie dem auch sei. Was mich an diesem Park auch sehr faszinierte waren die Menschen, die den Park mit Leben füllten. Es wurde getanzt, gesungen, Seilchen gesprungen und gespielt. Und das nicht von Kindern, sondern von älteren Menschen. Sowas hatte ich bei uns noch nie gesehen. ![]() Nach unserer Tour ging es dann endlich zum Hotel. Es war mittlerweile früher Abend und der Hunger hatte mal wieder die Macht über meinen Körper übernommen. Das kohlenhydrathaltige Futter rauscht bei mir ohnehin immer in ein paar Sekunden durch und dann einen ganzen Tag ohne weitere Futteraufnahme wird dann etwas eng. Komplett ausgehungert ging es dann in ein chinesisches Restaurant. Ich hatte das Gefühl, dass das Essen noch nie so gut geschmeckt hatte. Und dies ging allen so. Wir machten uns über das Essen her wie wilde Tiere. Die Tellerchen waren das erste Mal im Urlaub ratzekahl leer geputzt. Das chinesische Essen traf auch eher unseren Geschmack als das tibetische Essen. Voll gefuttert rollten wir uns ins Hotel und dort direkt ins Bett.😊 Der Tag war lang und anstrengend. Wie auch die vorangegangenen Tage. Die Erholung kam in der Tat etwas kurz. Der nächste Morgen startete mit einem kleinen Workout mit Blick aus dem 10. Stockwerk auf Peking. Selten hatte ich einen so genialen Blick während meiner Übungen gehabt.😊 ![]() Nach dem Fleiß kam dann endlich der Preis. Ein riesiges Frühstücksbuffet mit allem was das Herz begehrte. Von den unterschiedlichsten Obstsorten über Rührei, Speck und Nüsse. Natürlich gab es auch viel Brötchen, Gebäck und andere Schweinereien. Sogar Kaffee und Tee. Einfach irgendwie alles. Wir waren im Paradies angekommen. 😊 ![]() Nach dem Schlemmen im Paradies stand unser letzter ganzer Tag in Peking an. Und dieser würde nochmal richtig spannend werden. Schon früh machten wir uns auf den Weg zur chinesischen Mauer. Ich hatte bisher keine Vorstellung von dieser Mauer, die man sogar aus dem Weltall sehen konnte. Ich war gespannt wie sie sein wird. Nach einer langen Busfahrt erreichten wir die Mauer bei strahlendem Sonnenschein. Mit dem Wetter hatten wir wirklich Glück. Die Temperaturen kletterten sogar über 25°C. Und wir kletterten die ganze Mauer hoch mit ihren vielen, vielen Treppen. Treppen bekommen hier noch mal eine ganz andere Bedeutung. Denn die Treppenstufen der chinesischen Mauer sind mal 10 cm hoch und mal 50 cm. So in etwa. ![]() Obwohl ich Treppen sonst nicht so gerne habe, empfand ich eine riesige Freude daran mich hier hoch zu wuchten. Es war ein absolutes Ganzkörpertraining. 😰 ![]() Nass geschwitzt ging es dann von ganz oben wieder runter und dies wurde zu einem weiteren Akt. Denn Treppenstufen, die einen halben Meter hoch sind wieder runter zu klettern ist gar nicht mal so „unanstrengend“.😆 Nach einer wunderschönen Klettertour erreichten wir wieder die Basis und ich gönnte mir eine kleine Medaille als Erinnerung an diesen wunderschönen Tag. Der Tag endete nicht mit der Mauer, sondern hatte noch andere Programmpunkte und so ging es den restlichen Tag weiter in Sachen Sightseeing bei mittlerweile brennender Sonne. Und dies wurde dann auch zu meinem Verhängnis… 🙈 In der folgenden Nacht hatte es mich dann endgültig dahin gerafft. Ich hatte einen Sonnenstich, meinen ersten Herpes und fühlte mich krank. Die Erstmanifestation eines Herpes im Erwachsenenalter kann ziemlich heftig ausfallen. Und dies tat sie auch. Ich wach kreidebleich und fix und fertig. Die Nacht habe ich demnach kein Auge zu gemacht, mir war schlecht und ich war einfach nur noch krank und das mit einem total explodierten Mundwinkel. Ich konnte kaum reden, geschweige denn essen oder sonst was. Sowas hatte ich bisher noch nie erlebt. Der Lymphknoten unter der Zunge war so prall geschwollen, dass ich meinen Kopf nicht mehr richtig strecken konnte. Meine Zunge selbst war ebenfalls befallen. 😵 Und das Tagesprogramm war nochmal richtig straff. Frühstücken, auschecken und den ganzen Tag bei weiterer Hitze Sightseeing. Unter anderem der Kaiserpalast und ein wirklich toller Park. Ich probierte die Eindrücke trotz meines Zustandes zu genießen und aufzusaugen, aber zugegeben fiel es mir wahnsinnig schwer. Ich wollte eigentlich nur ins Bettchen. Aber nun denn, wir rannten den ganzen Tag durch China und machten uns dann spät abends auf den Weg zum Flughafen. ✈ Es ging wieder in die Heimat. Der Flieger ging mitten in der Nacht und wir checkten gegen 22:30 Uhr im Pekinger Flughafen ein. Der Flughafen allein ist irgendwie schon größer als das Dorf wo ich her komme.😁 Ich freute mich auf die Heimat, auf die sauberen Klos, das „normale“ Essen, auf mein Bett und auch über die vielen Erlebnisse und Erfahrungen, die ich gemacht hatte.😊 Denn die konnte mir keiner mehr nehmen. Den Herpes leider auch nicht, da der jetzt ebenfalls für immer in mir wohnen würde. Aber nun denn, ich sehe es als nettes Urlaubssouvenir. 😂 In diesem Sinne, genießt alle Erfahrungen und Erlebnisse in eurem Leben, denn es sind eure ganz persönlichen Abenteuer, die euch zu dem machen was ihr seid. 😊👍 ![]() ... link (0 Kommentare) ... comment Mittwoch, 27. April 2016
Auf dem Dach der Welt –Teil V-
kuehlschrankberatung, 18:37h
Liebes Tagebuch,
nach zwei anstrengenden Tagen im Bus hatten wir also wieder in Lhasa unser Hotel bezogen. Nun standen ein paar ruhige Besichtigungstage an. Endlich einmal etwas durchatmen. Kein permanentes Ein- und Auschecken und keine gruseligen Hochgebirgsfahrten. Einfach mal ein bisschen Sightseeing auf 3400 m. 😊 Nach einer erholsamen Nacht machte ich wieder eines meiner kurzen Workouts.💪 An die dünne Luft hatte ich mich mittlerweile tatsächlich gewöhnt. Mit knurrendem Magen ging es dann zum Frühstücken. Wenn man in Lhasa zu dieser Jahreszeit frühstücken oder allgemein essen geht, dann sollte man sich warm anziehen, denn die Futter-Institutionen sind nicht beheizt. So schlappte ich in dicker Daunenweste zum Frühstücksbuffet. Beim Anblick des Futters merkte ich allerdings eine spontane Abneigung. Ich konnte das Essen irgendwie nicht mehr sehen. 🙈Leicht verzweifelt tigerte ich vor den Näpfen hin und her. Zur Abwechslung hatten uns die Tibeter sogar mal Pommes zum Frühstück gezaubert. Na super, Pommes und Gemüse zum Frühstück. 😂 Ich entschloss mich für ein paar Scheiben Tofu mit zwei hartgekochten Eiern, zwei Bananenstücken, ein paar Apfelspalten und etwas Yak-Käse. Verhalten stocherte ich in dem Futter herum und redete mir ein wie gut es doch schmeckt. 😉 ![]() Gestärkt durch das „üppige“ Frühstück ging es dann auf eine Tour durch Lhasa. Es war schon sehr faszinierend wie die Menschen hier lebten. Die Stadt war irgendwie belebter und wuseliger als ich dachte. In meiner Vorstellung war das Ganze kleiner und beschaulicher. In Natura war das Ganze das komplette Gegenteil. Überall Autos, Rikschas, Roller und andere Fortbewegungsmittel. Die Gässchen voller Menschen. Einige mit den individuellsten Mundschützen, die man sich vorstellen kann.😷 Vom „Hello Kitty“-Look bis zum Bundeswehr-Look war alles vorhanden. Die Luft ist demnach auch nur von minderer Qualität und das nicht nur wegen des geringen Sauerstoffs. Die Augen und Schleimhäute sind permanent trocken. An meine blutige Nase und den seit Tagen aufgerissenen Mundwinkel hatte ich mich schon beinahe gewöhnt. Irgendwie hatte man in dieser Welt gelernt seine Komfortzone nach unten zu korrigieren. 😏 Die Lebensmittel wurden hier auf der Straße verkauft. Das rohe Fleisch hing ebenfalls direkt auf der Straße. Hinter den Ständen konnte man sogar die halben Rinder, Yaks oder anderen Tiere sehen. Sie lagen einfach auf dem Boden und wurden dort in kleinere Teile zerhackt. In Sachen Hygiene wehte hier einfach ein anderer Wind.😁 ![]() Nach einem Spaziergang durch das wilde Leben in Lhasa ging es dann zu einer weiteren Besichtigung. Man konnte sooooo wahninnig viel besichtigen wenn man denn wollte. Da ich ein kleiner Kulturbanause bin, habe ich leider vergessen welche Paläste und Kloster wir wann angeschaut haben. Was ich aber nicht vergessen habe, ist der Zustand der Toiletten in den jeweiligen Institutionen. Und so habe ich auch nicht vergessen, dass mir das absolute „Klo-Armageddon“ auf dem heutigen Ausflug begegnete. Aber fangen wir erst positiv an. ☺ Der Palast war echt hübsch. Mehr fällt mir gerade dazu nicht ein. Er war im Grunde genauso gestaltet wie das was ich schon bestaunt hatte. Viel Buddha, viel Buttersäure, viel dunkel und viele bunte Wände. Dazu viele Mönche in ihren dunkelroten Gewändern und viele Pilger mit ihren Gebetsmühlen. Hin und wieder ein paar fanatische Pilger, die ein Kind hinter sich her ziehen und dieses an verschiedene Skulpturen pressen, damit sie möglichst viel von Buddha bekommen. Manche Pilger haben ihre Gesichter an sämtlichen Dingen gerieben, die sie bekommen konnten. Ein irgendwie faszinierender Anblick. Wahrscheinlich wäre ich für die Tibeter bei meinen morgendlichen Turnübungen ein ebenso sonderbarer Anblick. So hat jeder seine Leidenschaft. 😊 Während unserer Besichtigung vernahm ich nun also mal wieder einen Drang zum Pipi machen. In meiner Not stapfte ich los und suchte mir eines dieser extrem sauberen Toiletten. Ich hatte mich an den Standard gewöhnt und erwartete keine Wunder. Irgendwie hatte ich eine gewisse Resignation eingeschaltet. Mir war egal wie schmutzig diese Stehklos waren. Mir war auch egal, dass ich bei diesen Toilettengängen immer kontaminiert wurde mit dem ganzen Urin und anderen Substanzen, die hochspritzten. Ich hatte schließlich keine andere Wahl. Das Leben war kein Ponyhof und das Ganze hier kein Wellness Urlaub. 😀 Ich betrat das Klo und fing mit dem üblichen Prozedere an um meine Hose zu öffnen. Beim Anblick des „Klos“ erstarrte ich. So, da war er nun gekommen. Der Moment des Protests. Ich machte meinen Gürtel wieder zu und schloss die Augen. Aber dies nur weil der Urin- und Kotgeruch so dermaßen brannte. Vor mir befand sich eine Querrille aus gekachelten platten. So konnten sich viele Frauen in eine Reihe stellen und über der Querrille ihr Geschäft erledigen. Die Rille insgesamt hatte ein Gefälle. Im besten Fall lief dort Wasser damit die frischen Absonderungen direkt abtransportiert werden. Im schlechteren Fall lief da gar nichts und die Rille war bis zur Hälfte voll mit menschlichen Exkrementen. 💩 Darauf wollte ich nun nicht urinieren. Bei aller Liebe konnte ich dies nicht über mich bringen. Zumal die ganze Geschichte nicht sonderlich tief war und alles irgendwie spritzte. Ich wankte halb besäuselt von dem Ammoniakgeruch wieder ins Freie. Dann halt nicht. Draußen gab es auch keine Möglichkeit. Überall Kameraüberwachungen und Kontrollen und Polizisten. Da wagt man sich nicht mal eben irgendwo in einer Ecke zu verschwinden. Nun denn, Wasser lassen wird auch total überbewertet. 😆 Wir besuchten noch eine Disputation der Mönche in diesem Kloster, was ein sehr interessantes Schauspiel war. ![]() Durch die Faszination vergaß ich sogar, dass ich eigentlich mal dringend musste. So sehr war ich gefesselt von der Inbrunst und Leidenschaft, die die Mönche bei ihren Diskussionen an den Tag legten. Da konnte ich mir mal locker mehrere Scheiben abschneiden. 😊 Nach einem spannenden Tag in einer fremden Welt ging es dann wieder zurück in die Innenstadt zum Nudelsuppe essen. Von der einen Tragödie zur nächsten Quasi. Verrate mir doch mal einer wie man Nudelsuppe essen soll in Low Carb?😂 Zumindest konnte ich endlich meinem Harndrang nach gehen. In Sachen Kohlenhydratarmer Ernährung war an dieser Stelle dann mal Schluss. Bevor ich verhunger esse sogar ich Nudelsuppe. 😜 ![]() Und zugegeben war die Suppe der Hammer. Nach dem Nudelschock haben wir dann noch einen kleinen Abendspaziergang durch die Altstadt gemacht. Und was passiert natürlich prompt im Rahmen eines Nudelschocks? Wir haben uns natürlich verlaufen. Und das ist bei all den chinesischen und tibetischen Schriftzeichen irgendwie gar nicht so unproblematisch. Nirgends normale Buchstaben. Man kann nichts lesen, geschweige denn sich verständigen. Englisch spricht dort auch keiner. Hinzu kommt das Problem, dass Tibeter oder Chinesen im Allgemeinen aus Höflichkeit immer nur brav nicken und einen in irgendeine Richtung schicken auch wenn sie keinen blassen Schimmer haben. Dies stand sogar als Warnung in unserem Reiseführer. Aber immerhin haben wir irgendwann dann im Dunkeln doch unser Hotel wieder gefunden. Ganz ohne Hilfe. 😊 Nach einer ruhigen Nacht ohne Erdbeben oder anderen Vorkommnissen stand die Besichtigung aller Besichtigungen an. Der Portala. Der Winter-Palast des Dalai Lamas. Oder vielmehr der theoretische Winterpalast des Dalai Lamas, da dieser ja seit geraumer Zeit im Exil ist, weil er auf der Flucht vor den Chinesen ist. Aber das ist eine andere Geschichte von der ich auch zugegeben nicht sehr viel verstehe. 🙈 Der Palast ist auf jeden Fall mit seinen 999 Räumen eine wahrliche Faszination. Das Bauwerk ist so unfassbar groß, dass es vor einem eher wie ein Berg erscheint. Nicht wie ein Gebäude. ![]() Und da nicht nur unsere Gruppe voller Interesse dieses phänomenale Bauwerk besichtigen wollte, sondern mit uns auch viele, viele tausend andere Menschen wurde die Besichtigung zu einer fast tagesfüllenden Beschäftigung. Im Entengang watschelten wir in einer riesigen Menschenschlange durch den Palast. Auch dieser Palast war von seiner Innenausstattung geprägt von zwar sehr bunten Wänden, aber durch die Miniaturfenster, die zum Großteil auch noch zugehangen waren, auch von Dunkelheit. Der Buttersäuregeruch war zum Glück nicht ganz so ausgeprägt, da Kerzen auf Grund eines Brandes verboten waren. Die vielen Räume waren verbunden mit Stufen und Treppen. Aber nicht unseren schön genormten Treppen. Die Stufen waren mal steil und kurz, mal nur steil oder von unterschiedlicher Höhe und Tiefe. Im Dunkeln musste man da schon ziemlich aufpassen, um in der ununterbrochenen Menschenkette nicht einen gewaltigen Dominoeffekt auszulösen.😁 Nach einem spannenden Tag im Portala ging es dann nochmal durch die Altstadt. Unser letzter Tag in Lhasa. Wir bestaunten nochmal die typischen Läden, die im Grunde eher aussahen wie Garagen. Größer waren sie zumindest nicht. Die „Garagentür“ stand einfach offen und die Waren standen somit quasi direkt auf der Straße. Und nicht nur die Waren, sondern auch verschiedene Dienstleistungen waren auf diese Weise direkt verfügbar. Zum Beispiel ein Zahnarzt. Direkt in der Fußgängerzone stand in solch einem Laden ein Zahnarztstuhl bereit für eine Wurzelbehandlung. Keine Frage hier ging es in allen Bereich äußerst steril zu. 😂 ![]() Aufgesaugt mit all den Eindrücken aus dieser ganz anderen Welt ging auch der letzte Tag zu Ende. Der Tag der Abreise kam. Bevor wir zum Flughafen rollten, ging es noch ein letztes Mal nach Lhasa auf einen Vortrag zur traditionell tibetischen Medizin in dem hiesigen Krankenhaus. Und das hatte es nochmal richtig in sich. Die Türen des Krankenhauses waren in Anlehnung an alle anderen Türen in Lhasa nur dicke, muffige Vorhänge. Ungemein praktisch wenn man mit einem Krankentransport kommt. 😁 Das Innenleben des Krankenhauses ließ das Blut in meinen Adern gefrieren. Unsere Bahnhöfe in Deutschland sehen dagegen hygienisch einwandfrei aus. Alles schmutzig und voller Müll. ![]() Was war ich glücklich, dass keiner unserer Gruppe ernstere gesundheitliche Probleme auf der Reise hatte und das Krankenhaus in Anspruch nehmen musste. Der Vortrag über traditionell tibetische Medizin hingegen war sehr interessant, da die Tibeter den Menschen einheitlicher sehen. Da können sich unsere Allgemeinmediziner noch etwas abgucken. 👍 Nach dem Krankenhausbesuch ging es dann mit dem Bus zum Flughafen. Durch den zähen Verkehr dauerte die ganze Kiste 1 ½ Stunden. Die Zeit bis zum Abflug schmolz dahin. Hoffentlich würden die Sicherheitschecks diesmal nicht so lange dauern. Nach dem Einchecken im Flughafen und der Gepäckaufgabe konnten wir dann beruhigt durchatmen. Alles hatte geklappt. Dachten wir. Auf einmal kam die Info, das unser Flieger auf Grund von Unwetter nicht geht. Nur gut, dass unser Gepäck schon aufgegeben war. Kurze Ratlosigkeit. Unser Gepäck sollte direkt nach Peking gehen. Wir dagegen sollten eine Zwischenlandung in Chengdu machen. Es war Mittag, die Sonne brannte auf uns herab und keiner wusste so recht wie es weiter gehen sollte. Zum Glück hatten wir vor Ort kein Unwetter. Es stürmte zwar etwas, aber so hatten wir zumindest etwas Sonne. Die Fluggesellschaft war irgendwie leicht wirr und die Informationen stockten. Fakt war, wir hingen fest und würden Lhasa heute nicht mehr verlassen. Ich fing an ein paar meiner Workout-Übungen zu machen. Ich erntete ein paar irritierte Blicke. 😞 Aber nun denn, ich pflege in solchen Momenten immer zu denken „Carpe Momentum. Wenn man die Situation nicht ändern kann, dann mach für Dich wenigstens das Beste draus." ☺😊 Hier geht's zu Teil VI: https://kuehlschrankberatung.blogger.de/stories/2582307/ ... link (0 Kommentare) ... comment ... older stories
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